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Beinschnitzereien

Die Kunstfertigkeit der Berchtesgadener Beinschnitzer war sprichwörtlich. Neben dem kostbaren Elfenbein verwendeten die "Boandlschnitzer" Bein, vor allem Rinderknochen.

Die Meister hüteten ihre Verarbeitungsmethoden streng als Betriebsgeheimnis. Das Angebot umfasste Haus- und Reisealtärchen, Rosenkränze, Heiligenfiguren, Federkielkruzifixe, zerlegbare Augen in natürlicher Größe als Anatomiemodelle, Miniaturmöbel für Puppenstuben, Würfel, Schachfiguren, Dominospiele und "Eingerichte" in mundgeblasenen Glaskugeln. Weiter zählten dazu Nadelbüchsen, Riechbüchsen, Kämme, Stock- und Schirmgriffe, Falzbeine, Papiermesser, Zahnstocher, Fingerhüte, Garnspulen, Buckelkratzer und Flohfallen.
Mit dem Tod des letzten Beinschnitzers 1879 starb dieses Kunsthandwerk in Berchtesgaden aus.


Artikel aus der lokalen Presse (PDF)